Karin Lischke (in Auszeit)

Architektin, Beraterin

Meine langjährige berufliche Tätigkeit als Architektin und Projektsteuerin hat zunehmend die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Fokus gerückt, unter denen wir unsere Umwelt gestalten. Die Frage, wer für den Boden, auf dem unser Leben stattfindet, in einem ganzheitlichen Sinn Verantwortung trägt, wurde für mich zentral.

Verantwortliches Tun – ob in der Familie, beim Arbeiten, Wohnen, Haushalten, Landwirtschaften oder beim Grundbesitz – passiert insbesondere dort, wo sie gelebt werden kann. Wenn Eigentums- und Familien- oder Arbeitsverhältnisse keine Verantwortung mehr ermöglichen bzw. abfragen, verlernen wir logischerweise, sie zu tragen. Dieser schleichenden Entmündigung sollte jeder Einzelne versuchen etwas entgegen zu setzen.

Wir wissen heute weniger denn je, welche Ressourcen wir verbrauchen, geschweige denn, welche wir wirklich brauchen, wenn es darauf ankommt. Wir haben von allem zu viel und sind ohne Maß. Die Kreisläufe des Gebens und Nehmens sind unterbrochen. Diese Kreisläufe sind Grundlage allen Lebens und jeder kann für sich versuchen, sie wieder herzustellen.

Gemeinnützige Trägerstrukturen können gemeinsam mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft Lösungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren sehr endlichen Ressourcen inkl. der des Bodens unterstützen und für die Zukunft wichtige Alternativen aufzeigen.

Mein Fokus bei RASENNA gilt der wichtigen Fragestellung, wie Grund und Boden wieder als Gemeingut und endliche Ressource begriffen und mit Bedacht genutzt werden kann.

Karin Lischke